Skiclub Bad Gastein
Bad Gastein - Salzburger Land
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Der Skiclub Bad Gastein

Chronik des SC Bad Gastein von 1912 bis 2012 anläßlich des 100-jährigen Jubiläums

Legen einige Chronisten das Geburtsjahr des Skiclubs Bad Gastein mit 1912 fest, so spricht der erste Obmann, Josef Mühlberger, in einem Artikel über die Anfänge des Skilaufs in Bad Gastein von der Gründung einer Wintersportvereinigung im Jahr 1907, Gründungsobmann - Hans Windischbauer (Gründungsversammlung 17.02.1907 im Hotel Bellevue).
Dieser Wintersportverein versuchte den Weltkurort nicht ganz in einen Winterschlaf versinken zu lassen. Man pflegte vor allem die Sportarten Ski, Rodeln und Eislauf. Als der Norweger Knudson, seines Zeichens Direktor des Mühlbacher Kupferbergbaues, den Sonnblick mit Skier bezwang, erregte er die Aufmerksamkeit junger Gasteiner.

Bergführer Waggerl, der die Wetterbeobachtungen am Sonnblick durchzuführen hatte, verwendete damals zur „Auffahrt“ ein sogenanntes Knappenrößl, eine Art Schlitten. Nach seinem Erlebnis mit Knudson stieg er rasch auf Skier um und erweckte die Neugier im Badeort. Josef Mühlberger, sein Bruder Alexander, die Brüder Deutsch und Gessenreiter versuchten sich bald in dieser Kunst, und als Lehrer Sepp Waibl von Mühlbach als Lehrer an die Volksschule Böckstein kam, hatte man einen Skilehrer, der sogar die Schuljugend, in Ermangelung von Skiern auf Faßdauben, in dieser Sportart unterrichtete.
In dieser Pionierzeit kam es zur Austragung des ersten „Graukogel-Rennens“. Herr Scherfler forderte Herrn Höller zum Wettkampf. Start Heimalm, Ziel Schmölzwiese, Höller auf Ski, Scherfler zu Fuß - und Letzterer gewann.

1908 fand der erste Abfahrtslauf von der Reichebenalm statt. Es war ein sogenannter Fernlauf. Die Strecke wurde mit bunten Papierstreifen kurz vor dem Start, sodass kein Wettläufer die Streckenführung kannte, markiert und es kam leicht vor, dass ein eifriger Rennläufer ein Fähnchen übersah und bergwärts stapfend den richtigen Weg wieder suchen musste. Josef Deutsch wurde mit einer Laufzeit von 30 Minuten Sieger.

Militärskikurse belebten nun die früher so tote Winterzeit, Strecken wurden markiert, der Skilauf hat seinen Siegeszug begonnen. Wie üblich, auch heute noch, kam es zu Eifersüchteleien innerhalb des Wintersportvereines zwischen den Eisläufern und den Skiläufern. Diese machten sich selbstständig und meldeten 1912 den Skiclub Badgastein bei der Vereinsbehörde an.

Am 4. November 1911 gründeten die Skiclubs von Salzburg-Stadt, Hallein, St. Johann, Mühlbach a. Hkg., Zell am See, Bad Hofgastein und Bad Gastein den Salzburger Landesskiverband. (1911 wurde aus der Wintersportvereinigung der jetzige Skiclub Bad Gastein „gegründet“ und 1912 durch den ÖSV und der Vereinsbehörde als eigenständiger Verein bestätigt!) Das überaus intensive Vereinsleben machte alle Mitglieder  zu einer großen Gemeinschaft. Es gab keine Skispezialisten, der touristische Skilauf stand im Vordergrund, dazu kamen der alpine Langlauf und der Sprunglauf.

Nicht selten versuchten sich auch Damen mit wehenden Röcken im Springen. Es gab keine Eifersüchteleien zwischen den spartenspezifischen „Könnern“. Und die waren vorhanden, trugen sich doch Bad Gasteiner, wie z.B.  Franz Karl, Max Deutsch, Hans Stöckl, in die Siegerlisten der Wettkämpfe im Land Salzburg ein.

Gemeinsam wurde mit dem Bau der Zottlau-Sprungschanze begonnen. Da der 1. Weltkrieg dieses Vorhaben unterbrach, konnte diese Anlage erst 1920 eingeweiht werden.

1913 fand der erste richtige Wettlauf von der Reichebenalm statt; Franz Karl gewann in 18 Minuten und 48 Sekunden. Gleich nach Kriegsende formierte sich der Skiclub Bad Gastein erneut. Einige der Skipioniere waren nicht mehr heimgekehrt, trotzdem gab es bald wieder ein reges, aktives Vereinsleben. Um einen Stützpunkt bei der Winterbesteigung des Graukogels und Hüttenkogels zu haben, wurde ein Schlafraum auf der Reichebenalm eingerichtet, der sogar mit dem Stammlokal des SCB, dem Cafe Mozart mit Frau Watzinger, durch eine Fernsprechleitung verbunden war. Frau Watzinger war es auch, die die Kinderwettläufe mit Kakao und Kuchen verschönerte. Neue Mitglieder wurden von den vereinseigenen „Skilehrern“ wie Karl Deutsch, Windischbauer, Gessenharter und Schurk, in der Kunst des Skilaufs unterwiesen. Nicht immer erfolgreich, wie das Beispiel von Kommerzialrat  Wührer zeigt. Wenn er bei seinen vielen Stürzen die Skistöcke verlor, brachte sie ihm sein Hund wieder; dies solange, bis es beiden zu viel wurde und sie sich aufs Kutschenfahren verlegten.

1921 führte der Skiclub seine erste Großveranstaltung, die „Österreich-Deutsch-Völkische Meisterschaft“ verbunden mit den Sbg. Landesmeisterschaften  durch. Bei diesen Wettkämpfen wurde die Zottlau-Schanze eingeweiht.  Der alpine Langlauf  führte von der Stubner- in Richtung Junger-, weiter gegen die Zittrauer-, und zurück über die Bellevuealm zur Schwarzwandhütte.

Einen schönen Erfolg für Bad Gastein feierte Mizzi Windischbauer (Frau Greinwald),
als sie 1922 die bayerischen Skimeisterschaften gewann.

1927 kam es zum ersten Obmannwechsel, Altbürgermeister Josef Mühlberger trat zurück,  Magister Andrä Neuberger übernahm die Vereinsführung. In seiner „Amtsperiode“ wurden 1930 die Roßhaltlhütte und 1932 die Reichebenhütte eröffnet.

1928 wurde auch die erste Skimeisterschaft von Bad Gastein durchgeführt, Ida Lahsnig und Hermann Gugganig trugen sich in die Siegerlisten ein. Gemeinsame Skitouren  auf die Berge der näheren Umgebung ließen eine echte Clubgemeinschaft entstehen. Der Vereinsbeitrag betrug damals S 5,-- jährlich, davon mussten S 2,40 an den Verband  abgeliefert werden.

1936 wurde die „Österreichische Damenmeisterschaft“ im Abfahrtslauf und Torlauf durchgeführt. Gewonnen hat die Schweizerin Elvira Osirnig, Gretl Nissl (Frau Dr. Salcher) war beste Österreicherin. Auch Lisl Windischbauer (Fr. Kaltenbrunner) startete mit der Nationalmannschaft. Für diese Meisterschaft war die Abfahrtsstrecke von der Reichebenalm ausgeholzt worden, und Eberhard Kneißl aus Gurgl fixierte die Bestzeit mit 4 Minuten 14,6 Sekunden.

1938 wurde der Skiclub dem Deutschen Turnverein Bad Gastein als Skisektion eingegliedert, und alsbald brachte der 2. Weltkrieg jedes Vereinsleben zum Erliegen.
Schwer war der Schicksalsschlag, der die Clubkameraden traf, als bei der Clubmeisterschaft 1938 der junge Peterl Müller, der trotz selbst empfundener Indisposition zum Abfahrtslauf von der Reichebenhütte startete, nach einem langgezogenen Schwung am Höllbrunnbichl an einen Erlenbaum flog und tödlich verunglückte. Aber schon am 3. Jänner 1946 nahm auf Initiative des Kurdirektors Heinrich Zimburg der Club - unter Führung von Dr. Fritz Windischbauer - seine Tätigkeit wieder auf.

Am 24. Februar 1946 wurde wieder eine Ortsmeisterschaft ausgetragen, Thea Seer und Bertl Auer waren die Meister. Dr. Salcher, der spätere Obmann, setzte sich sehr für den Ausbau der Strecken ein, sein Lieblingsprojekt war die spätere „Herrenstrecke“.1946 wurde auch der erste Lift am Graukogel gebaut.

1948 organisierte Bad Gastein, gemeinsam mit Bad Hofgastein, die Österreichische Ski-Meisterschaft. Namen wie Andy Mead (Lawrence), Heli Lantschner, Dagmar Rohm, Ricki Mahringer, Trude Jochum Beiser, Egon Schößl, Christian Pravda und Rosemarie Proxauf schienen in den Siegerlisten auf.

1947 wurde die Palfnerschanze eröffnet. Bei einem Nachtspringen erzielte Sepp Bradl die größten Weiten. Diese Schanze musste aber bald der Ortserweiterung weichen, es wurde die Tauernschanze auf der Planie in Böckstein errichtet, die jedoch kein geglücktes Bauwerk war und bald wieder abgetragen wurde. Bad Gastein ohne Schanze? Nein! Auf der Mittereggerwiese entstand eine Jugendschanze. Auf dieser wurden sogar zwei Sommerspringen veranstaltet, wobei als Schneeersatz Gerberlohe und Schmierseife dienten.

1948 war Bad Gastein bahnbrechend für den Versehrtenskilauf und veranstaltete den ersten organisierten Wettkampf für Krückenskiläufer. Der erste Skiliftbau 1946 am Graukogel und dessen Verlängerung im Jahr 1949 forcierten den Ausbau der Abfahrtsstrecken. Bad Gasteins Aufstieg zu einem der besten Wintersportplätze begann, und der SCB zeichnete sich durch ausgezeichnete Organisation großer Skiveranstaltungen aus.

1949 gewann Egon Schöpf auf Dr. Salchers Lieblingsbauwerk, der späteren Herrenstrecke, den Abfahrtslauf in 3 min 9 sec.  Prof. Wolfgang wurde Wintersportreferent. Selbstverständlich war er auch im SCB verankert, er übernahm die Funktion eines Sportwartes.

1950 wurden die „British Army Ski Championships“ erstmals in Bad Gastein ausgetragen. 10 Jahre lang hatte der Club die Ehre, diese große Veranstaltung durchzuführen. Jugendarbeit machte sich bezahlt. Thea Hochleitner und Hans Senger vertraten den SCB erfolgreich bei internationalen Rennen.

1951, Eröffnung der Stubnerkogelbahn. Erstmals wurde auch der Ortsmeister in der nordischen Kombination gekürt. Lois Schafflinger abonnierte den Titel gleich durch 6 Jahre. Durchführung der ersten F.I.S.U. Winterspiele (Weltmeisterschaft der studierenden Jugend) im Rahmen der 3. Intern. Sbg. Wintersportwoche. Gold für Gustl Jamnig im Spezial RTL sowie Alpinen Kombination; Rg 2 nord. Kombination (LL-Skisprung) in der intern. Wertung!

Bad Gastein bewarb sich um die Weltmeisterschaft 1954, fiel aber durch. Als Ersatz erhielt der Skiclub Bad Gastein die Wintersportwoche der FIS-Alpin für 1952 zugesprochen, und die tadellose Durchführung dieser Veranstaltung sollte der Grundstein  für die Zuerkennung der WM 1958 sein.

1952, Hans Senger startete bei den Olympischen Spielen in Norwegen. Der SCB wurde mit 360 Mitgliedern der stärkste Verein des Salzburger Landesskiverbandes.

1953 erfreute uns Thea Hochleitner mit dem Kandaharsieg im Abfahrtslauf.

1954 führte Bad Gastein, gemeinsam mit Bad Hofgastein, die Österreichischen Meisterschaften durch. Dabei verbesserte Christian Pravda den Streckenrekord auf 2 min. 53 sec, Thea Hochleitner gewann 3 Titel.
Der „ Pistenteppich“ war unter fachkundiger Leitung von Friedl Wolfgang und Wastl Schwaiger geboren. Otto Leodolter, Bad Gasteins Springeras, wurde Kongsbergsieger.

1955, Thea Hochleitner gewann wieder zwei Meistertitel und Bad Gastein bekam die Weltmeisterschaft für 1958 zugesprochen. In den Folgejahren wurde intensiv am Ausbau  der Strecken und der Infrastruktur gearbeitet.

1956 gewann Thea Hochleitner in Cortina eine Olympiamedaille.

1957, sozusagen als Probegalopp für die WM, wurde das 4. Bad Gastein Silberkrugrennen ausgetragen.

1958 war das große Jahr des SC Bad Gastein. Am 1. Februar 1958 eröffnete der Bundesminister für Unterricht und Sport, Dr. Heinrich Drimmel, die alpine Weltmeisterschaft.  25 Nationen waren mit 175 Wettkämpfern und 82 Betreuern angereist, um in der Zeit vom 2. bis zum 9. Februar die Weltmeister zu küren. Am 9. Februar schloss FIS-Präsident Mark Hodler mit einem großen Lob für Bad Gastein die Veranstaltung. Bei dieser Schlussfeier war auch Bundespräsident Adolf Schärf anwesend.
Angespornt durch die Vorbilder bei der Weltmeisterschaft, schoben sich junge Bad Gasteiner wie Hans Klabacher, Gottfried Schafflinger, Rupert Salzmann und Heinz Brunnmayr ins Blickfeld. Diese Gruppe animierte wieder eine starke Jugendgruppe mit Benedikter Ernst, Bader Friedl, Haslinger Werner, Pflaum Werner und Lang Anni.

1960 meldete der Verein sein Interesse an einem FIS-A Termin an, bekam ihn aber erst 1961 zugesprochen. Dafür wurde der SCB mit der Ausrichtung des größten Jugendrennens, dem Austria Juniorencup, betraut. Auch die alpine Landesmeisterschaft übernahm der SCB, da kein anderer Salzburger Verein dazu bereit war. Föhn und mangelnde Bereitschaft der Mitglieder zur Mitarbeit brachten den Club zwar in Bedrängnis, trotzdem gelang es, besonders durch den Einsatz des Sportwartes Kössler Herbert, die Salzburger Meisterschaft klaglos durchzu-
führen. Die Stagnation des Interesses an der Clubgemeinschaft trat bei der Jahreshauptversammlung stark zu Tage. Bei einem Stand von 400 Mitgliedern gab es nur 20 Anwesende.
Nachdem der FIS Kongress in Deauville das 5. Internationale Damenskirennen an Bad Gastein vergeben hatte, kam es wieder zur Belebung des Vereinslebens. Die ganze Arbeit konzentrierte sich auf dieses Rennen, der Ort erkannte die Werbeträchtigkeit, insbesondere  als bekannt wurde, dass dieses Rennen von der Eurovision übertragen werde. 14 Nationen nahmen am 3. – 5.2.1961 am 5. Int. Silberkrugrennen  für Damen teil.

1962 war dann das 6. Int. Damenskirennen um den Silberkrug  - die Zentralveranstaltung des Winters. Von diesem Jahr an wurde es abwechselnd mit Schruns im Zweijahresrhytmus durchgeführt. Obwohl der seit 1958 „regierende“ agile Obmann Rudi Fornather alles versuchte, z.B. mit Krampuskränzchen, Mannschaftslauf, Skiteufel, Gschnasfest usw., das Vereinsleben zu aktivieren, konnte er bei der Jahreshauptversammlung wieder nur 34 Anwesende begrüßen. Der SCB wandelte sich immer mehr zu einem Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde.

Am 25.1.1963 feierte der SCB mit einer Festveranstaltung sein 50-jähriges Bestandsjubiläum. Seine  Festrede schloss  Obmann Fornather mit den Worten: „ Es ist schon so, aus einem Skirennen geboren, liegt uns der Drang zur Veranstaltung von Skirennen aller Art im Blut. Wir wollen nicht rasten und nicht rosten, wollen weiter tätig sein im alten Geiste im Rahmen des ÖSV für unseren Heimatort Bad Gastein, für unser Heimatland Österreich“. Dass diese Festveranstaltung mit einem Jubiläumsball den krönenden Abschluss fand war für alle, die den Präsidenten kannten, selbstverständlich.

1964 war wieder „Silberkrug Jahr“. Vorher wurden die Pisten großzügig verbreitert, und Bad Gastein erlebte einen schneearmen Winter, wie vor dem schon lang keiner war (der Chronist). Während überall in den Alpen die Rennen abgesagt wurden, konnte Bad Gastein durch die tatkräftige Hilfe der Bevölkerung  ein einwandfreies Rennen durchführen. Im Juni 1964 fand die Länderkonferenz des ÖSV in Bad Gastein statt.

1965/66 war der 7. Intersportkongress. Im Club bildeten sich zwei neue Sektionen, Eishockey und Skibob. Dazu wurden ein ÖSV-Testrennen, die Shell-Meisterschaften, die Ortsmeisterschaft, ein Hindernisrennen und das Landeskampfrichterrennen durchgeführt.

1966 wurde das 8. Silberkrugrennen abgehalten.

Von großer Bedeutung war aber die Zuerkennung des Alpencups 1967. Wieder galt es eine große Aufgabe zu bewältigen. Europas größte alpine Skikonkurrenz wurde in Bad Gastein ausgetragen. Die 6 OPA-Staaten waren mit Damen und Herren bei allen drei Disziplinen vertreten. Leider gab es auch einige Misstöne, Schranz und Killy streikten, beim Herrenslalom war den Konkurrenten der Hang zu steil und zu eisig. So gab es viele Ausfälle und einen dementsprechenden Verriss in der Presse. Trotzdem, der Einsatz von 2,5 Mio. S und hunderter Arbeitsstunden riefen Bad Gastein via TV in Europa als bedeutenden Wintersportplatz in Erinnerung.
Die Sektion Skibob war sehr rege, und der Forstweg zum Grünen Baum wurde eine beliebte Skibobstrecke. Die Sektion Eishockey schaffte den Aufstieg in Österreichs zweithöchste Spielklasse nämlich in die Oberliga.

Im Jänner 1968 wurde das 9. Int. Silberkrugrennen als Generalprobe für die anstehenden Olympischen Spiele in Grenoble als Weltcuprennen durchgeführt. Eine Annemarie Pröll bestritt hierbei ihr erstes internationales Rennen und wurde Letzte. Der Reichebenlift ging in Betrieb. Ortsmeisterschaft und Schülermeisterschaft belebten die örtliche Rennsaison. Nur der Sportwart klagte über mangelnden Trainingseifer. Die Folge war, dass Bad Gastein mit keinem Läufer mehr in einem Kader des Skiverbandes vertreten war. Die neu eröffnete Skibobschule erfreute sich regen Zuspruchs, und wer in 8 Minuten die Graukogel Rennstrecke bewältigte, bekam das Leistungsabzeichen in Gold.

1969 begann der Winter mit der Pongauer Schulskimeisterschaft. Darauf folgte die Meisterschaft der Gendarmerie und das 15. Internationale Skitreffen der Journalisten. Bei dieser großen Veranstaltung gingen Journalisten aus 21 Nationen an den Start, und fast die ganze österreichische Politprominenz bewunderte vor Ort die Leistungen. An der alpinen Ortsmeisterschaft nahmen auch 20 Skibobler teil.
Erstmals wurde auch eine Langlauf-Ortsmeisterschaft ausgetragen. Als Rennstrecke diente die Himmelwandloipe. Damit es bei den Schülern wieder aufwärts ginge, stellte der Club Friedl Bader als hauptamtlichen Trainer an. Am Ende der Saison konnte der Chronist die Durchführung von 9 Skiveranstaltungen melden, und ein Hindernislauf und das traditionelle Gschnasfest, dieses leider zum letzten Mal, belebten das gesellige Clubleben.

1970, das 10. Silberkrugrennen stand auf dem Programm. Wetter und Technischer Delegierter der FIS erschwerten die Arbeit. Der Abfahrtslauf endete bei der Zehentnerhütte, und der Slalom konnte nur durch einen Großeinsatz durchgeführt werden. Aber zum Schluss waren alle zufrieden. Die Skibobgruppe war sehr aktiv, und die Eishockeyspieler erreichten den dritten Platz in der Oberliga. Auch der Langlaufsport begann seinen Siegeszug. Dr. Greinwald war der Animator, und bald standen 3 Loipen, die Kötschachtal-Loipe, die Böckstein-Loipe und die Golfloipe zur Verfügung.

1971 vereitelte eine sehr lange Tauwetterperiode viele Eishockeyspiele. Die Langläufer waren fleißig unterwegs, und sie überlegten den Bau einer Anschlussloipe an jene in Bad Hofgastein, um einen Gasteiner Skimarathon durchführen zu können.
Der äußerst schneearme Winter brachte das berühmte Kitzbühler Hahnenkammrennen in Gefahr. Es sollte nach Bad Gastein verlegt werden. Alles schien gutzugehen, doch Freund Föhn schlug auch in Bad Gastein zu. Kein Training, kein Rennen.
Die Sektion Skibob führe den 6. Skibob Europacup mit 68 Jugendlichen aus 6 Nationen durch. Ortsmeisterschaft, Kampfrichterrennen, ORF-Skifestival und einige Betriebsrennen rundeten das Wintersportprogramm ab.
Nun wird es für den Berichterstatter schwierig. Nicht, dass der SC Bad Gastein in der Versenkung verschwunden wäre, der Chronist, der jahrelang penibel die Ereignisse aufzeichnete legte die Feder zur Seite, und es finden sich nur mehr sporadische Aufzeichnungen.

1972 gab es wieder ein Silberkrugrennen. Es war das 12. und galt als Qualifikationsrennen zu den Olympischen Spielen in Sapporo. Annemarie Pröll gewann die Abfahrtslauf auf verkürzter Strecke in 1:30,59 min.  In diesem Zusammenhang ist es vielleicht interessant zu erwähnen, dass 1964 erstmals die Silberkrugstrecke mit einem Höhenunterschied von 672 m von Christl Haas bei 26 Toren in 2:56,34 min bewältigt wurde. Den Streckenrekord hält seit 1982 Holly Beth Flanders  bei 28 Toren mit 1:57,65 min.

1974 avancierte unser Präsident zum Bürgermeister von Bad Gastein und sah sich 1975 veranlasst, den Skiclub in jüngere Hände , die von Erwin Herdina zu übergeben.  Dass er trotzdem dem Club half wenn es not tat, war selbstverständlich.

Das Silberkrugrennen 1976 ging als „ Schneerennen“ in die Geschichte ein, der Skistern De Agostini ging auf. Der neue Präsident  Erwin Herdina versuchte das Vereinsleben mit Vorträgen und Ausflügen zu aktivieren, musste aber bei der Jahreshauptversammmlung 1977 das fehlende Interesse der Mitglieder vermelden.

Das alte Zielhaus wich einem Neubau, und der sollte beim Silberkrugrennen 1978 eingeweiht werden. Schneemangel erzwang aber eine Verkürzung der Strecke bis zur Zehentnerhütte.
Mit dieser Wettersituation hatte der SCB bei der Durchführung der Österreichischen Jugendmeisterschaft zu kämpfen. Föhn und Schneemangel verursachten einen Marathonslalom, da die damals noch in Verwendung stehenden Bambus- und Hasel-nussstangen einfach nicht halten wollten. Im Herbst 1975 übersiedelte Präsident Herdina beruflich nach Salzburg. Altpräsident Rudolf Fornather übernahm wieder den Vorsitz.

Der sattsam bekannte Föhn bereitete dem SCB bei der Österreichischen Meisterschaft 1979 eine Überraschung. Am Samstag wurde der Slalom auf der Schmölzwiese gesetzt. In der Nacht kam Freund Föhn und verwandelte die Wiese in einen Wassereishang. Der immer aktive Bauhof musste, ausgerüstet mit Steigeisen, jede einzelne Stange herausoperieren. Der SCB zeigte was er kann, mit einer Verzögerung von nur 1 Stunde wurde der Slalom auf der Reicheben gestartet.

1980, 1982, wieder gab es Silberkrugrennen. Dazwischen führte der SCB viele „Betriebsrennen“ im Auftrag der Kurverwaltung durch. Rückblickend ist noch zu vermelden, dass die Skibobsektion sanft entschlafen ist.

1982 begannen aber die Aktivitäten der Langlaufsektion mit einer starken Trainingsgruppe mit der Durchführung des Gasteiner Langlaufcups. Der SCB war auch weiterhin sehr aktiv.

In der Saison 84/85 wurden 39 Rennen durchgeführt, Isolde Gruber und Christof Bader
schafften den Sprung in den Salzburger Landeskader. Die Langlaufsektion konnte bei den Österreichischen Betriebsmeisterschaften mit der Staffel Brandner Felix/Patrizio Bassetti den 2. Platz erringen. Aber es zeigten sich die ersten Gewitterwolken beim Silberkrugrennen. Die Graukogelstrecke war unmodern geworden und müsste nach Aussage des FIS Beauftragten Heinz Krecek unbedingt umgebaut werden.
Aktiv waren auch die Eishockeyspieler. Obwohl sie in der Landesliga siegreich waren, stiegen sie aus Vernunftgründen nicht in die nächsthöhere Spielklasse auf.

Zum Jahresausklang 1985 organisierten Rudi Holly und Rudi Mayer in Badbruck den 1. Stefanilauf Volkslauf.

1986 – wieder gab es das traditionelle Silberkrugrennen. Gute Schneelage erlaubte eine sehr gute Vorbereitung und alle sonnten sich im Erfolg. Im Anschluss daran wurden 2 FIS Abfahrtsläufe der Herren durchgeführt. Eigentlich sollte auch ein Damenrennen stattfinden. Es kam aber nur eine Dame und die verzichtete nach einem Trainingslauf auf weitere Starts. Eine Monsteraufgabe galt es für die Kurverwaltung zu erledigen; die Texas-Schimeisterschaften mit 600 Teilnehmern.
Die Langläufer veranstalteten zu Weihnachten einen Nachtsprint vor dem Europäischen Hof. Weltmeister De Zolt war am Start und beim drauf folgenden Stefanilauf wurde die Idee für Biathlonveranstaltungen geboren. Das Jahr klang mit einem tragischen Lawinenunglück aus. Unser „ Mädchen für alles“, Lois Schafflinger, verunglückte tödlich.

1988 wurde das vorläufig letzte Weltcup-Silberkrugrennen durchgeführt. Schneemangel, Trainer, die ihre Mädchen nicht starten lassen wollten, ein schwacher TD, und, und, und. Jedenfalls kam es zum Krach, und die darauffolgenden Forderungen konnte der SCB nicht erfüllen. Nachfolgende Bemühungen um eine selektivere Streckenführung bzw. Adaptierung bestehender Streckenabschnitte, vor allem im Bereich ab der Mittelstation, scheiternden aus Gründen behördlicher Begutachtungen und Feststellungen. Der durchaus sensible Berg „Graukogel“ ist vor allem im unteren Teilbereich ab Mittelstation betreffend die Thermalquellen, als auch mögliche Hangrutschungen ein „schier unlösbares“ Problem von Seiten der Behörden. Heutzutage wäre ein Weltcuprennen ohne Schneeanlage undenkbar, Sturzräume und Ausläufe benötigen „unendliche“ Räume die am Graukogel nur schwer erfüllbar wären. So werden die Inter. Weltcuprennen „Silberkrugrennen“ ohne Nachfolge in die Sportgeschichte eingehen.
Ab Mitte der 80er-Jahre entwickelte sich die  Sektion Langlauf zu einer sehr aktiven Gruppe und meldete die Durchführung der Salzburger Landesmeisterschaft über 30 und 15 km, den Austria Cup im Biathlon und den Stefanilauf. Auch sportlich rückten sie ins Rampenlicht, besonders die Volkslangläufer bewährten sich bei internationalen Veranstaltungen.

Durch die hervorragend organisierten Biathlonveranstaltungen wurde die IBU (intern. Biathlon Union) auf Bad Gastein aufmerksam und es kam 1993 und 1994  zur Austragung von IBU Biathlon Weltcuprennen in Sportgastein. Die durchaus sehr attraktiven Veranstaltungen die bei  Offiziellen als auch Gästen höchste Anerkennung ernteten, sollten sich als „Ersatz“ für die Silberkrugrennen etablieren. Doch leider kam es anders. Bad Gastein wurde das Weltcupfinale im März 1996 angeboten, also zu einer Zeit in der touristischer Hochbetrieb in Sportgastein herrscht. Darum musste man sich entschließen diesem Termin nicht Folge zu leisten. Da es in Österreich vorerst keinen Ersatzort gab, sprang kurzfristig Hochfilzen für diese Veranstaltung ein. Durch die dort getätigten Investitionen und Aus- sowie Umbauten aversierte Hochfilzen zur Hochburg des Biathlonsportes und führt seither auch weiterhin „unsere“ Biathlonweltcuprennen durch.  Spätere Versuche Bad Gasteins im Biathlon erneut Fuß zu fassen scheiterten, ähnlich wie am Graukogel, an Behördenverfahren und finanziellen Mitteln zur Erweiterung auf eine inter-nationale Wettkampfstätte.
Trotz des Verlustes der  Weltcuptermine zeigte sich der SCB sowohl alpin als auch nordisch rege. Es galt nach wie vor das Vereinsleben aber auch die Vereinskasse durch Skisportveranstaltungen am Leben zu erhalten. Unzählige FIS Rennen, Firmenrennen, Vereinsrennen, Europacuprennen, Kindercup, Landes- und Bezirkscuprennen in den Sportarten Alpin, Nordisch und Snowboard wurden durchgeführt. Doch am großen internationalen Parkett bewegte sich vorerst nichts mehr. Der Österr. Skiverband war dem Verein bzw. dem Ort nicht mehr sehr sonnig gesinnt. Doch durch die Hartnäckigkeit der Funktionäre und durch die Überzeugungsarbeit gegenüber der FIS und dem ÖSV sowie durch die vielen gut organisierten kleinen Rennen, blieb Gastein immer noch im Hinterkopf der Entscheidungsträger.

Eine Gruppe interessierter Personen unter der Federführung der Versicherungsgruppe Nürnberger Versicherung / Europäischer Hof startet  1999 den Versuch erneut eine Weltcupveranstaltung nach Bad Gastein zu bekommen. Man wusste vorerst nicht in welche Richtung man gehen sollte, lotete alle technischen Möglichkeiten aus, sei es am Graukogel, Stubnerkogel oder Sportgastein. aber auch im Skizentrum Angertal. Man stimmte diese Erkenntnisse mit den möglichen Sportarten Alpinskilauf, Langlauf-Biathlon und Snowboard ab. Ergebnis: man sieht im Snowboardbereich die größten Chancen.
Durch die fachkundige Beratung von Toni Reiter damals FIS, wurde im Dezember 2000 erstmals ein hochkarätiger FIS Europacup Snowboard in Sportgastein durchgeführt.
Schneemangel und widrigste Witterungsbedingungen machten die Durchführung zu einer wahren Herausforderung, die jedoch von Seiten der Fis mit höchster Anerkennung bedacht wurde.

Alle Guten Dinge sind 3 – und so gelang es durch die Absage eines SB Weltcups in Kaprun und durch intensive Bemühungen von Toni Reiter bei den zuständigen FIS Gremien, das Gastein bereits im Januar 2001 die Chance bekam seine 1. FIS Weltcupveranstaltung durchzuführen. Mit nur 6 Wochen Vorbereitungszeit wurde am 31.1.2001 ein Parallel Slalom mit Flutlichtfinale  ausgetragen. Abgesehen von der perfekten Hanglage, den optimalen Witterungsbedingungen sowie den attraktiven Side-Events, dem VIP Zelt und den Zuschauermassen avancierte diese Veranstaltung zu einem Vorzeigeprojekt in Sachen Snowboard Sport. Man bezeichnet diese Weltcup Veranstaltung fort an als „Kitzbühel der Snowboarder“. Bis zum Jahr 2012 wurden in Summe 10 Parallel Slaloms sowie 10 Snowboardcross Bewerbe für Damen und Herren durchgeführt. Gesamtbudget der 20 Weltcup Veranstaltungen ca. 4 Millionen Euro.

2007 wurde Gastein mit der Austragung der FIS Junioren Weltmeisterschaften in Sportgastein beauftragt.
Bleibt zu hoffen, dass diese 3. Chance im internationalen Sportgeschehen vertreten zu sein, noch längere Zeit genützt und auf Anregungen und Vorschläge der FIS und des ÖSV rechtzeitig und mit Nachdruck reagiert wird.

Mögen die verantwortlichen Funktionäre, Vereinsmitglieder sowie Institutionen der öffentlichen Hand auch in den nächsten 100 Jahren  Weitsichtigkeit, Durchhaltevermögen sowie Engagement dem Wintersport von Bad Gastein entgegen bringen.